Shinrin Yoku im Faktencheck

Shinrin Yoku hat in Japan eine lange Tradition und bedeutet frei übersetzt: "Baden im Wald". Gemeint ist ein intensiver, bewußter Aufenthalt in ursprünglicher Natur, um Körper und Geist zu stärken.

Bevor wir mit Fakten über Shinrin Yoku, Waldgesundheit und Waldtherapie starten, gestatten Sie uns noch einige Worte zu unserer ganzheitlichen Shinrin Yoku-Methode. Shinrin-Yoku.life verstärkt die Gesundheits-Effekte aus dem Wald mit gezielten Übungen und Techniken aus Coaching, Achtsamkeitstraining und Atemtherapie. Ziele: Stressabbau, ein höheres Wohlbefinden, Wertorientierung. Ganz einfach mehr Lebensfreude!

Wald, Wandern, Wissen: Unsere Shinrin-Yoku.life - Seminare vermitteln Theorie und Praxis. Die Wald-Seminare finden an wundervollen und naturnahen Orten statt. Shinrin-Yoku erfordert keine Vorkenntnisse, ist für jedes Alter geeignet und kann der Vorbeugung ebenso wie der Gesundung dienen. Spaß und Freude sowie ein wertschätzender Umgang untereinander und mit der Natur stehen ebenfalls im Mittelpunkt unserer Shinrin-Yoku.life-Seminare und Wald-Workshops. Wald-Apotheke, Kräuterkunde und die Wirkung naturbelassener Lebensmittel sind weitere Bestandteile von Shinrin-Yoku.life.

Mit Shinrin-Yoku wollen wir Menschen jeden Alters und unabhängig von ihrer gegenwärtigen gesundheitlichen Verfassung für den "gesunden" Wald begeistern. Immer in Verbindung mit einer Wertorientierung für Mensch und Natur. Spaß, Freude und Begegnung kommt bei Shinrin-Yoku.life nicht zu kurz, sondern ist vielmehr Bestandteil des Konzeptes.

Der Meeresforscher Jacques Cousteau hat es sehr schön auf den Punkt gebracht: Was der Mensch liebt, das schützt er. Waldatmen fördert die Gesundheit. Für uns ist Shinrin Yoku aber zudem ein Weg, die Natur (wieder) lieben zu lernen. Und sich selbst.

Wussten Sie schon...?

  • Waldatmosphäre kann die Stresshormone Adrenalin und Cortisol nachhaltig senken. Bei Männern an einem Tag im Wald um circa 30 Prozent, bei Frauen um bis zu 50 Prozent.
    Prof. Qing Li, Nippon Medical School, Universität Tokio

  • 2012 wurde an japanischen Universitäten der medizinische Forschungszweig “Forest Medicine”, Waldmedizin, gegründet.


  • Pflanzliche Botenstoffe (z.B. Terpene) stärken unser Immunsystem. Ein Tag im Wald kann die Anzahl der “Killerzellen” in unserem Blut, die Viren und Krebszellen bekämpfen, um durchschnittlich 40 Prozent steigern.
    Effect of phytonicides from forest environment on immun funktion, Qing li, Nova Biomedical Verlag, New York, 2013

  • Die Umgebung hat einen unmittelbaren Einfluss auf die Vitalität unserer Zellen. Durch gezielte Übungen können wir dies unterstützend steuern.
    Molekularbiologe Bruce Lipton, Prof. Uni Stanford

  • Unterschiedliche Landschaftsbilder haben eine unterschiedliche Wirkung auf unser Wohlbefinden.


  • Waldluft mit ihren gasförmigen sekundären Pflanzenstoffen senkt laut Prof. Yoshinori Ohtsuka (Universität Hokkaido) den Blutzuckerspiegel bei Diabetes-Patienten. Der Blutdruck kann durch “Waldmedizin” ebenfalls gesenkt, der Pulsschlag beruhigt werden.
    Bum Jin Park, Effect of the forest environment on Physiological Relexation, Nova Biomedical Verlag


Shinrin Yoku in Deutschland

Unter der Überschrift Waldtherapie als IGeL-Option berichtete die renommierte „ÄrzteZeitung“ im März 2016 über Shinrin Yoku. Dem Fachblatt zufolge will das Land Mecklenburg-Vorpommern Patienten mit COPD, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, orthopädischen oder psychosomatischen Indikationen, aber auch adipöse Kinder mit einem neu strukturierten Gesundheitsangebot künftig stärker anziehen und so das Potenzial des Gesundheitstourismus durch die Waldtherapie besser ausschöpfen.

Pionier ist dabei das Ostseebad Heringsdorf mit seinem kommunalen Wald. Das Konzept eines Kur- und Heilwaldes unter Mitwirkung von Rehakliniken, Ärzten und Therapeuten ist seitens des Gemeinderates bereits beschlossene Sache. Shinrin Yoku und Baden im Forst an der Ostsee: Ärzte und Bäderverband in Meck-Pom sehen großes Potenzial gerade in puncto Burn-Out und vergleichbaren Symptomen.

Laut „ÄrzteZeitung“ plant der Lehrstuhl für Naturheilkunde der Universitätsmedizin Rostock einen Qualifikationskurs Waldtherapie. Als weltweit erste Klinik simuliert die Berliner Charité auf ihrer Intensivstation einen Blätterwald, um dessen heilsame Wirkung zu nutzen und zu erforschen.

Back to the roots: Shinrin Yoku in Japan

Der Mediziner Dr. Qing Li lehrt und forscht an der Nippon Medical School. Der Professor der Universität Tokio gilt weltweit als der führendende Waldarzt und Pionier auf diesem Gebiet. Shinrin Yoku wird in Japan seit Jahrzehnten praktiziert und ist mittlerweile in der staatlich anerkannten Gesundheitsvorsorge angekommen und wird entsprechend gefördert.

Der Waldmediziner Qing Li fand heraus, dass Waldatmosphäre die Stresshormone Adrenalin und Cortisol nachhaltig senken kann. Bei Männern an einem Tag im Wald um circa 30 Prozent, bei Frauen um bis zu 50 Prozent. Dr. Li zeigt mit seiner Forschung außerdem, dass Pflanzen bestimmte Stoffe, sogenannte Phytonzide bilden, mit deren Hilfe sie sich selbst vor Bakterien und Insekten schützten. Diese Phytonzide werden an die Luft abgegeben.

Shinrin Yoku als Waldtherapie: Der Wald als "Medizin"

So wirkt Shinrin Yoku: Wenn nun Menschen im Wald diese Phytonzide einatmen, dann führt das zu einer deutlichen Vermehrung der NK-Zellen im Körper. Diese natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) gehören zum angeborenen Immunsystem und sind in der Lage, ab-normale Zellen wie Tumorzellen und virusinfizierte Zellen zu erkennen und abzutöten. Dr. Li beobachtete zwölf Männer im Alter von 37 bis 55 Jahren, die unter einer starken Stresssituation litten und zum Spazierengehen in den Wald geschickt wurden. Bereits am ersten Tag hatte sich die Aktivität ihrer NK-Zellen um 26,5 Prozent erhöht, am zweiten Tag schon um 52,6 Prozent.

Shinrin Yoku kann durch die gasförmigen sekundären Pflanzenstoffen laut einer Studie der Universität Hokkaido auch den Blutzuckerspiegel bei Diabetes-Patienten senken. Shinrin Yoku ist nicht nur für uns eine Herzensangelegenheit: Und auch die Produktion von DHEA, einem Vorläufer unserer Sexualhormone, wird nachweislich gefördert. Dieses Dehydroepiandrosteron gilt als Herzschutzsubstanz, so beugt Shinrin Yoku der Entstehung von Fettsucht und Diabetes vor.

Shinrin Yoku hilft Körper und Psyche

Wissenschaftlich erwiesen ist, dass beim bewußten Aufenthalt im Wald Stress signifikant abgebaut wird. Und zwar nicht nur gefühlt, sondern physiologisch. Shinrin Yoku kann die Stresshormone Adrenalin und Cortisol nachhaltig senken. Bei Männern an einem Tag "Waldatmen" um circa 30 Prozent, bei Frauen um bis zu 50 Prozent.

Bei Shinrin Yoku-Probanten wurde zudem der sogenannte Profile of Mood States-Test (POMS) durchgeführt: Im Ergebnis zeigte sich nach dem Besuch im Wald eine Reduzierung der Werte für Spannung, Niedergeschlagenheit, Reizbarkeit, Müdigkeit und Verwirrung. Im Gegenzug zeigte sich ein Anstieg des Wertes für Tatkraft, was für die positiven Aspekte von Shinrin Yoku auf die Psyche spricht.